Künstliche Intelligenz gewinnt für Arbeitgeber zunehmend an Bedeutung. Viele Unternehmen setzen KI bereits ein oder erwägen den Einsatz von KI in Bereichen wie Personalbeschaffung, Personalverwaltung, Dokumentenerstellung, Kundenservice, Leistungsmanagement, Überwachung am Arbeitsplatz, Datenanalyse und interne Kommunikation.
Für Arbeitgeber ist KI nicht nur eine Frage der IT oder der Produktivität. Es geht auch darum, zu verstehen, wie KI im gesamten Unternehmen eingesetzt wird, welche Informationen in KI-Tools eingegeben werden und ob die bestehenden Richtlinien am Arbeitsplatz zweckmäßig sind. Bei unsachgemäßem Umgang kann KI rechtliche, wirtschaftliche und betriebswirtschaftliche Risiken mit sich bringen. Bei richtiger Handhabung kann sie Arbeitgebern jedoch auch dabei helfen, die Effizienz zu steigern, den Verwaltungsaufwand zu verringern und eine bessere Entscheidungsfindung zu unterstützen.
In diesem Artikel werden die wichtigsten Aspekte behandelt, die Arbeitgeber beim Einsatz von KI am Arbeitsplatz beachten sollten.
Was versteht man unter KI am Arbeitsplatz?
KI am Arbeitsplatz kann ein breites Spektrum an Tools und Systemen umfassen. Dazu können generative KI-Tools gehören, die zum Verfassen von E-Mails, Richtlinien, Besprechungsprotokollen oder Berichten verwendet werden. Ebenfalls dazu zählen können Rekrutierungssoftware, automatisierte Terminplanungs-Tools, Chatbots, Transkriptionssoftware, Systeme zur Produktivitätsüberwachung, HR-Analytics-Plattformen sowie KI-Tools, die in bestehende Arbeitsplatzsoftware integriert sind.
Manche Anwendungsfälle von KI sind offensichtlich. So kann ein Arbeitgeber beispielsweise beschließen, eine bestimmte KI-Plattform für die Erstellung von Dokumenten oder den Kundenservice einzuführen. Andere Anwendungsfälle von KI sind möglicherweise weniger offensichtlich, insbesondere wenn Mitarbeiter informell kostenlose oder öffentlich zugängliche KI-Tools nutzen, um sich bei ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen.
Für Arbeitgeber ist es wichtig zu wissen, dass KI möglicherweise bereits im Unternehmen zum Einsatz kommt, auch wenn noch kein formeller Beschluss zu ihrer Einführung gefasst wurde.
Arbeitgeber sollten daher Vermutungen vermeiden und sich stattdessen darauf konzentrieren, zu verstehen, wie KI tatsächlich eingesetzt wird, wer sie nutzt, welche Informationen verarbeitet werden und ob angemessene Schutzmaßnahmen vorhanden sind.
Warum sollten Arbeitgeber KI ernst nehmen?
Es gibt mehrere Gründe, warum Arbeitgeber KI ernst nehmen sollten.
Erstens besteht ein rechtliches Risiko. Wenn KI bei der Personalbeschaffung, im Leistungsmanagement, bei der Auswahl von Mitarbeitern für Entlassungen, bei Disziplinarangelegenheiten oder bei der Überwachung am Arbeitsplatz eingesetzt wird, kann dies Risiken in Bezug auf Diskriminierung, Datenschutz, Privatsphäre, ungerechtfertigte Kündigungen und die Beziehungen zu den Mitarbeitern mit sich bringen. Im Vereinigten Königreich gibt es derzeit kein einziges KI-spezifisches Gesetz, das KI als Technologie abdeckt; stattdessen wird KI durch den Kontext, in dem sie eingesetzt wird, sowie durch bestehende rechtliche Rahmenbedingungen geregelt.
Zweitens besteht ein Managementrisiko. Von KI generierte Informationen können ungenau, unvollständig oder irreführend sein. Wenn Führungskräfte sich zu stark auf KI verlassen, ohne ihr eigenes Urteilsvermögen einzusetzen, kann dies zu Fehlentscheidungen und vermeidbaren Streitigkeiten führen.
Drittens bietet sich eine geschäftliche Chance. Bei richtiger Anwendung kann KI Arbeitgebern helfen, Zeit zu sparen, die Einheitlichkeit zu verbessern und den Verwaltungsaufwand zu verringern, wodurch sich das Arbeitsumfeld grundlegend verändert. Acas hat berichtet, dass ein Drittel der Arbeitgeber der Ansicht ist, KI werde die Produktivität steigern, hat jedoch auch betont, dass Arbeitgeber klare Richtlinien für den Arbeitsplatz entwickeln und Arbeitnehmer sowie deren Vertreter bei der Einführung von KI konsultieren sollten.
Der Ausgangspunkt: Verstehen, wie KI bereits eingesetzt wird
Bevor Arbeitgeber eine KI-Richtlinie einführen, sollten sie sich zunächst ein Bild davon machen, wie KI in der Praxis bereits eingesetzt wird.
An vielen Arbeitsplätzen nutzen Mitarbeiter KI möglicherweise bereits informell. Dazu könnte gehören, KI zum Verfassen von E-Mails, zum Zusammenfassen von Dokumenten, zum Erstellen von Berichten, zum Erstellen von Marketinginhalten, zum Anfertigen von Besprechungsprotokollen, zum Analysieren von Tabellenkalkulationen, zum Beantworten von Kundenanfragen oder zur Unterstützung bei Personalunterlagen einzusetzen.
Möglicherweise geschieht dies, ohne dass die Geschäftsleitung, die Personalabteilung oder die IT-Abteilung davon vollständig Kenntnis haben.
Das führt zu einem Problem. Ein Arbeitgeber kann die mit KI verbundenen Risiken nicht angemessen bewältigen, wenn er Folgendes nicht weiß:
- welche KI-Tools zum Einsatz kommen;
- wer sie nutzt;
- Welche Informationen werden hochgeladen?;
- ob personenbezogene Daten oder vertrauliche Informationen verarbeitet werden;
- ob KI bei der Personalbeschaffung oder im Personalmanagement eingesetzt wird;
- ob Führungskräfte die Risiken und Vorteile des Einsatzes von KI verstehen;
- ob die Mitarbeiter eine Einweisung oder Schulung erhalten haben;
- ob bestehende Richtlinien sich mit KI befassen.
Aus diesem Grund ist die Durchführung eines internen KI-Audits oder einer Mitarbeiterbefragung ein sinnvoller erster Schritt.
Kostenloser Fragebogen zum Thema KI am Arbeitsplatz für Arbeitgeber
Um Arbeitgebern zu helfen, haben wir einen kostenlosen Fragebogen zum Einsatz von KI am Arbeitsplatz das als Ausgangspunkt dienen kann, um zu beurteilen, wie KI derzeit innerhalb einer Organisation eingesetzt wird.
Der Fragebogen soll Arbeitgebern dabei helfen, Folgendes zu ermitteln:
- ob die Mitarbeiter bereits KI-Tools nutzen;
- welche KI-Plattformen zum Einsatz kommen;
- für welche Aufgaben KI eingesetzt wird;
- ob vertrauliche Informationen, personenbezogene Daten oder Kundendaten in KI-Tools eingegeben werden;
- ob KI für Personalwesen, Personalbeschaffung oder Mitarbeitermanagement eingesetzt wird;
- ob die Mitarbeiter die Risiken von KI-generierten Inhalten verstehen;
- ob Führungskräfte eine Schulung benötigen;
- ob eine KI-Richtlinie erforderlich ist;
- ob bestehende Richtlinien zu Datenschutz, Vertraulichkeit, IT und Disziplinarmaßnahmen aktualisiert werden müssen.
Der Fragebogen kann Arbeitgebern dabei helfen, von einer allgemeinen Besorgnis hinsichtlich KI zu einem fundierteren und praxisorientierteren Plan überzugehen. Er kann zudem bei der Ausarbeitung einer KI-Richtlinie helfen, die die tatsächlichen Abläufe im Unternehmen widerspiegelt, anstatt sich auf eine allgemeine Richtlinie zu stützen, die den tatsächlichen Risiken möglicherweise nicht gerecht wird.
Einen Link zum kostenlosen „AI Workplace“-Fragebogen finden Sie hier: [Link einfügen].
KI und Personalbeschaffung
Die Personalbeschaffung ist einer der Bereiche, in denen KI besonders attraktiv erscheinen kann. KI-Tools können zum Verfassen von Stellenanzeigen, zur Vorauswahl von Lebensläufen, zur Einstufung von Bewerbern, zur Auswertung von Tests, zur Analyse von Antworten in Vorstellungsgesprächen oder zur Kommunikation mit Bewerbern eingesetzt werden.
Die Personalbeschaffung gehört jedoch auch zu den Bereichen mit dem höchsten Risiko.
Die britische Datenschutzbehörde (Information Commissioner’s Office, ICO) hat kürzlich auf den Einsatz von KI und Automatisierung im Bereich der Personalbeschaffung hingewiesen, darunter auch auf Tools zur Sichtung von Lebensläufen und zur Bewertung von Online-Assessments. Die ICO hat zudem betont, wie wichtig Transparenz ist und dass Arbeitgeber die personenbezogenen Daten von Bewerbern fair behandeln müssen, wenn automatisierte Tools bei der Personalbeschaffung zum Einsatz kommen.
Arbeitgeber sollten sich davor hüten, davon auszugehen, dass ein KI-basiertes Rekrutierungstool fair ist, nur weil es objektiv erscheint. KI-Systeme können Vorurteile widerspiegeln, die in den Daten, mit denen sie trainiert wurden, in den von ihnen angewandten Kriterien oder in der Art und Weise, wie die Ergebnisse interpretiert werden, enthalten sind.
Bevor Arbeitgeber KI im Bereich der Personalbeschaffung einsetzen, sollten sie Folgendes berücksichtigen:
- was das Tool tatsächlich tut;
- welche Daten es verwendet;
- ob den Bewerbern mitgeteilt wird, dass KI zum Einsatz kommt;
- ob das Tool auf Verzerrungen geprüft wurde;
- ob für Bewerber mit Behinderung angemessene Anpassungen vorgenommen werden können;
- ob ein menschlicher Manager das Ergebnis überprüft;
- ob abgelehnte Bewerber die Entscheidung anfechten oder hinterfragen können;
- ob der Arbeitgeber darlegen kann, wie die Entscheidung zustande gekommen ist.
KI kann zwar bei der Personalbeschaffung helfen, sollte aber nicht zu einer unerklärlichen Barriere zwischen dem Bewerber und der Stelle werden.
KI und Diskriminierungsrisiko
Eines der größten arbeitsrechtlichen Risiken ist die Diskriminierung.
KI-Tools mögen zwar neutral erscheinen, können aber dennoch zu diskriminierenden Ergebnissen führen. So kann beispielsweise ein KI-basiertes Rekrutierungstool Bewerber mit Lücken im Lebenslauf benachteiligen. Davon betroffen sein könnten Frauen, die Mutterschaftsurlaub genommen haben, Beschäftigte mit behinderungsbedingten Fehlzeiten oder Bewerber mit Betreuungsaufgaben.
Ebenso kann ein Leistungsbewertungstool Mitarbeiter begünstigen, die länger sichtbar arbeiten, was Mitarbeiter mit Behinderung oder solche mit Kinderbetreuungspflichten benachteiligen könnte. Ein Tool zur Kommunikationsanalyse kann zudem unterschiedliche Kommunikationsstile falsch interpretieren, darunter auch solche, die mit Neurodiversität zusammenhängen.
Arbeitgeber sollten daher prüfen, ob KI-Tools Risiken in Form von unmittelbarer Diskriminierung, mittelbarer Diskriminierung, Diskriminierung aufgrund einer Behinderung, der Unterlassung angemessener Vorkehrungen oder Belästigung mit sich bringen könnten.
Dies ist besonders wichtig, wenn KI bei der Personalauswahl, bei Beförderungen, bei der Auswahl von Mitarbeitern für Entlassungen, im Leistungsmanagement, bei Disziplinarverfahren oder bei Kündigungsentscheidungen zum Einsatz kommt.
Der sicherste Ansatz besteht darin, sicherzustellen, dass KI Entscheidungen unterstützt, anstatt sie zu treffen, und dass Führungskräfte darin geschult werden, von KI generierte Empfehlungen zu hinterfragen, anstatt sie einfach zu akzeptieren.
KI, Vertraulichkeit und Datenschutz
Eines der unmittelbarsten Risiken für Arbeitgeber besteht darin, dass Mitarbeiter KI-Tools nutzen, ohne sich der damit verbundenen Auswirkungen auf die Vertraulichkeit und den Datenschutz bewusst zu sein.
Beispielsweise könnte ein Mitarbeiter Kundeninformationen, Mitarbeiterdaten, Finanzdaten, interne Strategiedokumente oder geschäftlich sensible Unterlagen in ein öffentliches KI-Tool hochladen, um diese zusammenzufassen oder umzuschreiben. Dies kann schwerwiegende Risiken in Bezug auf Vertraulichkeit, Datenschutz und geschäftliche Belange mit sich bringen.
Arbeitgeber sollten klarstellen, welche Daten Mitarbeiter in KI-Tools eingeben dürfen und welche nicht. Dazu sollten Regeln zu folgenden Punkten gehören:
- personenbezogene Daten;
- Daten besonderer Kategorien;
- vertrauliche Informationen von Mandanten oder Kunden;
- wirtschaftlich sensible Informationen;
- vertrauliches Material;
- Passwörter und Sicherheitsinformationen;
- Unterlagen zum Personalwesen;
- Unterlagen zu Disziplinarverfahren, Beschwerden oder krankheitsbedingten Fehlzeiten;
- Verträge und juristische Dokumente.
Arbeitgeber sollten außerdem festlegen, ob Mitarbeiter öffentliche KI-Tools nutzen dürfen, ausschließlich genehmigte interne Tools oder gar keine KI-Tools, sofern keine Genehmigung vorliegt.
Eine kurze KI-Richtlinie wird für viele Arbeitgeber mittlerweile zu einer praktischen Notwendigkeit. Bevor sie eine solche Richtlinie ausarbeiten, sollten Arbeitgeber jedoch idealerweise Informationen darüber sammeln, wie KI bereits im gesamten Unternehmen eingesetzt wird.
KI und Überwachung am Arbeitsplatz
Arbeitgeber könnten versucht sein, KI einzusetzen, um Produktivität, Anwesenheit, Standort, Tastaturaktivitäten, E-Mails, Anrufe, Kundeninteraktionen oder das Verhalten der Mitarbeiter zu überwachen. Dies kann insbesondere dann relevant sein, wenn Mitarbeiter im Homeoffice arbeiten oder wenn Arbeitgeber einen besseren Überblick über die Arbeitsleistung gewinnen möchten.
Die Überwachung am Arbeitsplatz kann jedoch sowohl rechtlich als auch kulturell heikel sein.
Arbeitgeber sollten sich über Folgendes im Klaren sein:
- warum eine Überwachung notwendig ist;
- Was wird überwacht?;
- ob es eine weniger eingreifende Alternative gibt;
- ob die Mitarbeiter darüber informiert wurden;
- wie lange die Daten aufbewahrt werden;
- wer Zugriff darauf haben wird;
- ob die Überwachung verhältnismäßig ist;
- ob eine Datenschutz-Folgenabschätzung erforderlich ist.
Eine übermäßige Überwachung kann das Vertrauen, die Arbeitsmoral und die Mitarbeiterbindung beeinträchtigen. Außerdem kann sie das Risiko von Beschwerden, Datenschutzbeschwerden und Klagen vor dem Arbeitsgericht erhöhen.
Arbeitgeber sollten es vermeiden, Überwachungstechnologien einzuführen, nur weil diese verfügbar sind. Die Frage sollte lauten, ob sie notwendig, verhältnismäßig und angemessen erläutert sind.
Fragen zu Leistung, Verhalten und Eignung
Einer der schwierigsten Bereiche für Arbeitgeber ist der Einsatz von KI im Leistungsmanagement sowie bei Verhaltens- oder Kompetenzproblemen.
Arbeitgebern steht es nicht verboten, Daten oder Technologien zur Unterstützung von Managemententscheidungen zu nutzen. Sie sollten jedoch Vorsicht walten lassen, bevor sie sich auf von KI generierte Informationen als Grundlage für formelle Maßnahmen stützen.
Das Leistungsmanagement erfordert nach wie vor einen Kontext. Ein Rückgang der Produktivität kann durch Arbeitsüberlastung, unklare Anweisungen, eine Behinderung, schlechtes Management, Konflikte am Arbeitsplatz, Betreuungsaufgaben, Systemprobleme oder andere berechtigte Faktoren verursacht werden.
Bevor Arbeitgeber KI-generierte Informationen in einem Disziplinar-, Eignungs- oder Entlassungsverfahren verwenden, sollten sie Folgendes berücksichtigen:
- ob die Daten korrekt sind;
- ob der Mitarbeiter weiß, dass die Daten erfasst werden;
- ob der Arbeitnehmer Gelegenheit zur Stellungnahme hatte;
- ob es möglicherweise eine Erklärung für die Daten gibt;
- ob ein Vorgesetzter die Stelle ordnungsgemäß geprüft hat;
- ob die Gefahr einer Diskriminierung besteht;
- ob angemessene Anpassungen in Betracht gezogen werden sollten;
- ob die Entscheidung gerechtfertigt werden kann, ohne sich ausschließlich auf KI zu stützen.
Wenn Arbeitgeber zu schnell formelle Maßnahmen ergreifen, ohne diese Aspekte zu berücksichtigen, setzen sie sich möglicherweise vermeidbaren rechtlichen Risiken aus.
Einführung in KI und Mitarbeiterbeziehungen
Die Einführung von KI kann bei den Mitarbeitern Ängste auslösen. Die Mitarbeiter befürchten möglicherweise, dass KI Arbeitsplätze ersetzen, die Überwachung verstärken, das menschliche Urteilsvermögen einschränken oder den Charakter ihrer Tätigkeit verändern könnte.
Arbeitgeber sollten die Einführung von KI daher als eine Frage der Mitarbeiterbeziehungen betrachten und nicht nur als IT-Projekt.
In einigen Fällen kann die Einführung von KI Auswirkungen auf die Aufgabenbereiche, Leistungserwartungen, Berichtswege, Arbeitsmethoden oder den Personalbestand haben. Wenn von den Mitarbeitern erwartet wird, dass sie im Rahmen ihrer Tätigkeit KI einsetzen, kann dies Schulungen erfordern und je nach den Umständen auch Änderungen der Arbeitsbedingungen mit sich bringen.
Arbeitgeber sollten Folgendes berücksichtigen:
- ob die Beschäftigten angehört werden müssen;
- ob vertragliche Änderungen erforderlich sind;
- ob die Stellenbeschreibungen aktualisiert werden müssen;
- ob eine Schulung erforderlich ist;
- ob KI die Leistungserwartungen beeinflusst;
- ob ein Entlassungsrisiko besteht;
- ob die Führungskräfte den Zweck der Änderung erläutern können.
Ein transparenter Ansatz dürfte Widerstände abbauen und die Akzeptanz steigern.
Erstellung einer KI-Richtlinie
Eine KI-Richtlinie muss nicht übermäßig kompliziert sein. Sie sollte praxisorientiert, klar und auf die tatsächlichen Abläufe in der Organisation zugeschnitten sein.
Eine wirksame KI-Strategie sollte Folgendes erläutern:
- welche KI-Tools zugelassen sind;
- wann Mitarbeiter KI nutzen dürfen;
- wann Mitarbeiter keine KI einsetzen dürfen;
- Welche Informationen dürfen nicht in KI-Tools eingegeben werden;
- die Notwendigkeit, von KI generierte Inhalte auf ihre Richtigkeit zu überprüfen;
- wenn eine manuelle Überprüfung erforderlich ist;
- wie KI bei der Personalbeschaffung oder in HR-Prozessen eingesetzt werden kann;
- wie KI im Leistungsmanagement eingesetzt werden kann;
- ob eine KI-Überwachung zulässig ist;
- wie Mitarbeiter Bedenken melden sollten;
- die Folgen eines Missbrauchs.
Die Richtlinie sollte die bestehenden Richtlinien zu IT, Datenschutz, Vertraulichkeit, Disziplinarverfahren, Personalbeschaffung und sozialen Medien ergänzen.
Die besten KI-Richtlinien sind nicht pauschal. Sie sollten sich an der tatsächlichen Nutzung von KI durch den Arbeitgeber, der Art der vom Unternehmen verarbeiteten Daten, dem Umfang des Zugangs der Mitarbeiter zu KI-Tools, der Branche, in der der Arbeitgeber tätig ist, sowie den Risiken orientieren, die im Rahmen interner Audits oder Fragebögen ermittelt wurden.
Häufige Fehler, die Arbeitgeber machen
Arbeitgeber sollten besonders darauf achten, die folgenden Fehler zu vermeiden:
- die Einführung von KI, ohne die Mitarbeiter darüber zu informieren;
- den Mitarbeitern die Nutzung öffentlicher KI-Tools ohne Vorgaben zu gestatten;
- unter der Annahme, dass KI-generierte Inhalte korrekt sind;
- sich bei Einstellungsentscheidungen auf KI zu verlassen, ohne dass diese von Menschen überprüft werden;
- die Verwendung von KI-Leistungsdaten ohne Berücksichtigung des Kontexts;
- das Versäumnis, das Diskriminierungsrisiko zu prüfen;
- die Eingabe vertraulicher Informationen oder personenbezogener Daten in KI-Tools zu ermöglichen;
- Versäumnis, die Datenschutz-, Vertraulichkeits- und IT-Richtlinien zu aktualisieren;
- Einsatz von KI-Überwachungstools, ohne zu prüfen, ob die Überwachung verhältnismäßig ist;
- Versäumnis, Führungskräfte zu schulen;
- Versäumnis, Konsultationen durchzuführen, wenn KI Rollen, Erwartungen oder Arbeitspraktiken verändert;
- die Einführung einer allgemeinen KI-Richtlinie, ohne zuvor zu verstehen, wie KI tatsächlich eingesetzt wird.
Viele Streitfälle entstehen nicht, weil der Arbeitgeber die KI missbrauchen wollte, sondern weil es keine klaren Regeln und keine angemessene Aufsicht gab und niemand sich die Zeit genommen hatte, die Risiken abzuwägen, bevor die Technologie zum Einsatz kam.
Praktische Hinweise für Arbeitgeber
Arbeitgeber, die den Einsatz von KI am Arbeitsplatz in Erwägung ziehen, sollten die folgenden Schritte berücksichtigen:
- Prüfen Sie, wo KI im Unternehmen bereits eingesetzt wird.
- Nutzen Sie einen KI-basierten Fragebogen zum Arbeitsumfeld, um Einblicke in die Nutzung durch die Mitarbeiter, Risikobereiche und Schulungsbedarf zu gewinnen.
- Ermitteln Sie, welche Daten von Mitarbeitern, Bewerbern, Klienten oder Kunden verarbeitet werden.
- Legen Sie fest, welche KI-Tools zugelassen und welche verboten sind.
- Führen Sie eine Risikobewertung durch, bevor Sie KI bei der Personalbeschaffung, der Überwachung oder bei Personalentscheidungen einsetzen.
- Prüfen Sie, ob eine Datenschutz-Folgenabschätzung erforderlich ist.
- Beziehen Sie die Mitarbeiter mit ein, wenn KI Auswirkungen auf ihre Aufgaben, Arbeitsabläufe oder die Überwachung hat.
- Schulen Sie Führungskräfte hinsichtlich der Grenzen von KI-generierten Informationen.
- Bei allen wichtigen Personalentscheidungen sollte eine menschliche Kontrolle gewährleistet sein.
- Passen Sie Arbeitsverträge, Richtlinien und Mitarbeiterhandbücher bei Bedarf an.
- Überprüfen Sie den Einsatz von KI regelmäßig, da sich die Technologie und die rechtlichen Rahmenbedingungen weiterentwickeln.
Durch diese Maßnahmen lassen sich rechtliche Risiken verringern und Arbeitgeber können KI auf kontrollierte und wirtschaftlich sinnvolle Weise einsetzen.
Schlussfolgerung
Künstliche Intelligenz am Arbeitsplatz ist ein Thema, das Arbeitgeber nicht ignorieren dürfen. Bei unsachgemäßem Umgang kann dies zu Verstößen gegen die Vertraulichkeit, Datenschutzbeschwerden, Beschwerden, Diskriminierungsklagen, dem Risiko ungerechtfertigter Kündigungen und Reputationsschäden führen. Bei sachgemäßem Umgang kann sie Arbeitgebern jedoch dabei helfen, die Effizienz zu steigern, Führungskräfte zu unterstützen und Arbeitsabläufe zu modernisieren.
Für Arbeitgeber ist es entscheidend, frühzeitig zu handeln, Vermutungen zu vermeiden und zu verstehen, wie KI innerhalb des Unternehmens tatsächlich eingesetzt wird. KI macht menschliches Urteilsvermögen, faire Verfahren oder klare Richtlinien am Arbeitsplatz nicht überflüssig.
Bei Ronald Fletcher Baker berät unser Arbeitsrechtsteam Arbeitgeber zu Richtlinien am Arbeitsplatz, Datenschutzfragen, Personalbeschaffung, Disziplinar- und Beschwerdeverfahren, Entlassungen, Diskriminierungsrisiken und Klagen vor Arbeitsgerichten. Wenn Sie erwägen, KI an Ihrem Arbeitsplatz einzuführen, oder wenn bereits Bedenken hinsichtlich des Einsatzes von KI aufgekommen sind, können wir Ihnen dabei helfen, die Risiken einzuschätzen und einen praktikablen Weg nach vorne zu finden.